Letzte Woche des vegetarischen Monats

In der letzten Woche wollte ich einfach endlich wieder Fleisch essen! Nachdem ich von Currywurst geträumt hatte, anderen beim Fleisch essen zusehen musste und selber endlich wieder in ein saftiges Steak beißen wollte, war das Ende der vierten Woche ein Befreiungsschlag für mich! Wie es dazu kam und ich über das ganze Vegetarier-Sein jetzt denke, könnt ihr hier lesen.

Zweite Woche Wintersemeser 17/18, vierte Woche das traurige Dasein als Vegetarier – das beschrieb mich also ganz gut am vergangenen Montag. Wer meinen letzten Beitrag zu Woche 3 gelesen hatte, den ihr hier sonst noch mal nachlesen könnt, wird sich schon gedacht haben, dass ich wohl keine Vegetarierin werde, aber selbst ich bin davon überrascht, wie eindeutig das „Nein“ gegenüber dem Vegetarismus geworden ist!

Die ganze Woche hatte ich das Bedürfnis Fleisch zu essen … ob Wurst, Steak, Hack, ich verstehe ja selbst nicht woher dieses Verlangen kam. Ich dachte irgendwann wirklich, dass ich einfach unter einer Mangelernährung leiden würde – habe darüber nachgedacht, was mir vielleicht fehlen könnte und hatte keine Idee. Ich habe mich wirklich sehr ausgewogen ernährt, viel selbst gekocht und trotzdem wollte ich nur noch Fleisch essen. 

Bei unserem Lieblingsasiaten, bei dem ich sonst gerne vegetarisch esse, habe ich tief frustriert auf mein Tofu-Reis-Gemüse geschaut. Mein Freund hat sich in der Zeit Hühnchen gegönnt und ich empfand nur Neid. Mich irritierten diese Gefühle selbst so sehr – ich glaube, so müssen sich Leute auf Diät fühlen, die sich Schokolade verboten haben. Ich war nach dem Essen pappsatt und wollte trotzdem noch Fleisch essen. Genau so ging es die ganze Woche weiter … Es ist nicht so, als hätte ich keine leckere vegetarische Gerichte gegessen, aber es befriedigte mich überhaupt nicht.

Es gab Kürbissuppe, die ich sonst liebe, Pizza, Auberginenrolle, Salate, Brote mit allen möglichen Aufstrichen, … alles in einem eine leckere und nicht all zu ungesunde Woche – für mich jedoch fehlte die ganze Zeit etwas.
Meine „Fleisch ess Lust“ nahm unermessliche und für mich untypische Züge an. Dieses Lied, dass ich euch dort oben verlinkt habe, das ich sonst zwar auch immer schon lustig fand, mich davon jedoch distanzieren wollte, traf zu 100% auf mich zu. Ich bin einfach zu egoistisch um Vegetarier zu werden. Der Verzicht wäre für mich – momentan – zu groß. 

So war es also so, dass in der vergangenen Woche fast alle Menschen in meinem Umfeld total erkältet waren und ich auch schon wieder ein leichtes Kratzen in meinem Hals fühlen konnte, dass ich beschloss das ganze Projekt einen Tag früher zu beenden. Mein Freund und ich machten und also ein Stück Steak zu Abendessen und es war wirklich unglaublich lecker – ich weiß nicht, ob ich schon mal mit so viel Genuss ein Stück Fleisch gegessen habe. Ich weiß, das liest sich jetzt bestimmt sehr bekloppt, aber anders kann ich es nicht beschreiben. Und prompt war mein Schnupfen am nächsten Tag auch schon besser und ich fühlte mich auch wieder besser. Am nächsten Abend aßen wir dann noch mal Fleisch und zwar Putengeschnetzeltes mit Pilzen und Reis. Danach war meine Fleisch ess Lust auch wieder auf einem recht normalen Level angekommen und ich fast wieder in meinem normalen Essverhalten angekommen. 

Fazit

Eine Kommilitonin fragte mich in der vergangenen Woche, was ich jetzt aus dem Selbstversuch mitnehmen würde. Ich finde es gar nicht so einfach eine Antwort darauf zu finden.

  • Denn ich habe auch vorher schon bewusst Fleisch aus Bioqualität gegessen und nicht beim Discounter gekauft.
  • ich esse also weiterhin Fleisch
  • weiterhin von guter Qualität
  • ich kann von mir behaupten mal probiert zu haben, vegetarisch zu leben
  • ich muss dazu stehen, dass ich meine eigene Bedrüfnisse vor die der Tiere oder der Umwelt stelle
  • ich werde trotzdem beim Backen oder auch sonst hin und wieder auf alternative Produkte, gegenüber den tierischen, zurückgreifen

Aber ich kann nicht sagen, dass sich für mich großartig etwas verändert hätte.
Ich glaube, dass es Quatsch ist, sich etwas zu verbieten, was man eigentlich sehr mag. Wenn ich meinen Anteil zur Umwelt eben nur bedingt in Form von meiner Ernährung beitragen kann, werde ich für mich vielleicht noch eine andere Stelle finden, an der ich helfen kann. 

Ich meine, ich fahre kaum Auto, trinke keinen Kaffee aus 1x Plastikbechern, benutze beim Einkaufen von Gemüse und Obst wiederverwendbare Stoffbeutel und vielleicht ist das eben einfach mein Beitrag zu dem großen Ganzen! Und vielleicht tut sich da noch etwas Neues auf oder eben nicht, aber vegetarisch geht für mich einfach nicht.

Ich bin jetzt echt froh, dass die Zeit vorbei ist. Nicht falsch verstehen, ich esse für gewöhnlich nur so 1-2x die Woche Fleisch, das Ganze ging einfach ein wenig nach hinten los!

Danke für’s Lesen!

 

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