Projekt – einen Monat vegetarisch leben & Erfahrungen der ersten Woche

Wie bin ich auf die Idee gekommen überhaupt einen vegetarischen Monat einzulegen? Ein paar Gedanken zu meiner Idee, meinen Vorhaben und Alternativen. Das ist alles kein neues Wissen, für mich beginnt da aber gerade ein Umdenken mit viel Neuem. Ich bin gespannt in welche Richtung das weiter gehen wird. Außerdem direkt noch die Erfahrung aus der ersten Woche!

Vor ein paar Wochen habe ich Besuch von einer Freundin bekommen. Diese ist jetzt schon seit vielen Monaten (ich meine sogar schon seit Jahren) Veganerin und hat auch ganz vernünftige Blutwerte – um den Kritikern direkt mal entgegen zu kommen. Nun ja, so ein Besuch inspiriert einen natürlich, wenn man sich mit der Lebensweise und dem Menschen dann in der Zeit wirklich befasst und sich das alles mal zu Herzen nimmt. Denn sie wäre ja nicht meine Freundin, wenn ich das alles nur belächeln würde was sie von sich gibt. Das Ganze hat ja auch Hand und Fuß und hat mich – manipuliert!

Ohnehin bin ich ein Mensch der saftigen Steaks gewesen. Das hat sich alles irgendwie gewandelt, als bei Facebook andauernd diese widerlichen, ekelhaften PETA-Videos rumgingen. Das alles hat natürlich seine Berechtigung. Nur sehen wollte ich das eigentlich alles nicht. Ich meine, wer guckt sich schon gerne an, wie seine heißgeliebten Boots hergestellt werden, kleine Küken geschreddert oder total fette Schweine bewegungslos und krank irgendwo rumliegen. Naja, das sind ja nur Beschreibungen der noch „schönen“ Videos gewesen.

Ich bin auch überhaupt niemand, der die Leute aufwecken will. Aber irgendwie hat sich mein Denken da schon etwas verändert in den letzten Monaten. Mein Freund und ich haben, wenn wir Fleisch kaufen, immer dem Bioladen einen Besuch abgestattet. Da haben wir dann auch ordentlich für unser Vergnügen (Fleisch zu essen) geblecht. Wurst ist ja gar nicht mal so mega teuer, aber vor allem das Fleisch – und das gab es dann auch nur noch dementsprechend selten. Außer, wenn wir mal essen gegangen sind, da haben wir das alles ignoriert und bestellt worauf wir Lust hatten.

Nun ja, nachdem ich dann gehört habe, wie viel Getreide für so ein Kilo Fleisch drauf geht, dass die Gülle ganze Teile der Meere und des Grundwassers verschmutzt und dass nach neuesten Forschungen der Mensch eventuell über einen komplett eigenen Mechanismus der Eisenaufnahme verfügt.  Somit ist das tierische Eisen ja nicht unbedingt das Non Plus Ultra und ich kam dann doch ins Grübeln.

Außerdem kam hinzu, dass ich Fleisch tatsächlich immer weniger mochte. Ihr kennt doch bestimmt diese Berichte von Menschen, die schon lange vegetarisch oder vegan leben und über Fleisch sagen: „Es schmeckte nach Eisen und so komisch scharf“. Ich konnte das plötzlich nachempfinden. Manchmal hingegen fand ich es immer noch total lecker und habe es dann auch gegessen.

Aber so kam ich zu meinem Vorhaben einen vegetarischen Monat einzulegen.
Wenn man nicht ohnehin einer der Menschen ist, die meinen, dass zu einer ordentlichen Mahlzeit ein Stück Fleisch dazu gehört, bemerkt man das Ganze auch erstmal gar nicht.

 

Außerdem hat mich ihr Besuch in der Hinsicht inspiriert, dass ich auf alternative Produkte zurückgreife, anstatt auf tierische.
Ich wusste zum Beispiel nicht, dass man statt Eier auch einfach Soja- oder Leinmehl zum Backen nutzen kann. Gekauft habe ich es, ausprobiert noch nicht. Anstelle von Parmesan, den ich ohnehin nie so sehr geliebt habe, kann man sich auch Hefeflocken auf die Nudeln streuen. Schmeckt sogar wirklich lecker – wenn auch ganz anders!

Und so habe ich mir überlegt, mehr auf Alternativen zurückzugreifen. Wenn ich allerdings Lust auf ein Ei habe, esse ich das ohne schlechtes Gewissen oder irgendwas. Aber die Alternativen schaden ja niemandem und ich habe das Gefühl etwas für die Umwelt zu tun. Ich schaue mal, wie es mir mit dem Vegetarismus (super komisches Wort!) so geht. Auch hier gilt, wenn ich Lust auf Fleisch bekomme, esse ich.

 

WOCHE 1

Nachdem ich euch lang und breit erzählt habe, warum man auf so eine Idee kommt und wie meine Gedanken zu diesem ganzen vegetarischen Gedöns sind, jetzt meine Erfahrung dazu aus der ersten Woche. 

Also, eine Hälfte meiner Familie lebt schon seit gefühlt 1000 Jahren vegetarisch. Da aber keiner von ihnen mit auf der Arche Noah war, wird es wohl noch nicht ganz so lange sein. Vielleicht seit 30 Jahren oder so.

Das Ganze ist für mich also nichts Unbekanntes und ich dachte, hey, so eingeschränkt wird man ja nicht sein. Ich bin also studentisch auf der Suche nach Essen gewesen und habe mich freudig auf etwas Neues eingelassen, als ich mit zu Galeria Kaufhof essen ging. Dort  gibt es für Studenten jeden Tag zwei Angebote und sonst noch so allerhand total überteuerten Salat, der so lecker auch nicht aussah und jede Menge Fleisch. Der Wok-Stand war an dem Tag ausgerechnet zu und so stand ich also vor der Wahl „total verkochte Nudeln mit Kürbis-Weißweinsoße“ oder nichts. Ich fragte, ob ich einfach nur Kartoffeln mit etwas mehr Gemüse, anstelle der Putenbrust, haben könne. Ging nicht. Also nahm ich die verkochten Nudeln. Diese haben nicht geschmeckt und habe ich dann zurück gehen lassen. Ich meine, wenn ich Brei essen möchte, kann ich das auch anders realisieren. Also habe ich dann neben einer Entschuldigung meine Kartoffeln mit Gemüse bekommen, das war dann ok.

Da momentan noch Semesterferien sind, bin ich noch nicht im Alltag unterwegs und konnte mir daher gut überlegen was ich essen möchte. Wenn man dann selber kocht erlebt man ja in dem Sinne keine Einschränkungen.
Nur auf dem Brot habe ich oft und gerne Wurst gegessen und da war es eine kleine Umstellung. Tomaten, Käse, Avocado und all sowas tuen es dann aber auch.

Wie fühle ich mich damit? Also ich merke wirklich keinen Unterschied. Ich kann weder sagen, dass ich großartig auf etwas verzichte, ich esse nur eben kein Fleisch im Moment. Ich fühle mich auch nicht vitaler – im Gegenteil, ich lag 4 dieser 7 Tage mit einer Erkältung im Bett. Fleisch fehlt mir nicht. Es ist eigentlich alles wie immer, außer dass ich auch weiterhin nicht bei Galeria essen gehen werde – aber auch da ändert sich nichts für mich.

Auf in Woche 2!

 

4 Antworten auf „Projekt – einen Monat vegetarisch leben & Erfahrungen der ersten Woche“

  1. Ich find es unfassbar schön wie du es in der 1.Woche beschrieben hast,wie es mit dir gelaufen ist und vor allem dass das so genau wie mit mir passiert ist als ich angefangen hab (vor 2 Monaten)vegetarisch zu werden,Obwohl die Gründen dafür anders waren
    Bin mega gespannt auf die 2.Woche 🙇
    Und ich muss sagen ..Brot mit Avocado und einbisschen Zitronensaft ist das beste was man essen kann und dabei sich genießen

  2. Ihre Geschichte berührt mich, auch, weil das bei mir ähnlich war. Ich bin damals von meiner Tochter (die etwa zwei Jahre älter als Sie ist und kurz vor dem Abitur stand) beeinflusst worden. Schon vor sieben Jahren allerdings, und anders als bei Ihnen ist bei mir der Appetit auf Fleisch nicht wiedergekommen. Ich bin also seit 2010 aus einer schleichend wachsenden Abneigung gegen Fleisch Vegetarier geworden – als ich an einem Buffett stand und mir nicht ganz bewusst nur die Gerichte heraussuchte, die kein Fleisch enthielten. Und als erstes habe ich gemerkt, wie gut und vielfältig Gemüse schmeckt, wenn man es bewusster wahrnimmt und nicht als „Beilage“ betrachtet. – Vielen Dank für Ihren Blog, er macht mir Freude!

    1. Vielen Dank für das schöne Feedback! Darüber freue ich mich sehr 🙂 ich denke, es ist einfach sehr wichtig sich mit seiner Ernährung auseinander zu setzen, diese zu hinterfragen und dann zu spüren was einem davon wirklich gut tut! Es ist toll, dass es dir damit so gut geht – das Wohlbefinden ist das wichtigste! Danke fürs Lesen!!
      Liebe Grüße

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